Über das Mannheimer Institut und
die Beratungsgesellschaft HALAL QUALITY MANAGEMENT 

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Bald zwanzig Jahre Expertise in den Bereichen Integration und interreligiöser Dialog

Im März 1995 wurde die damals größte repräsentative Moschee Deutschlands, die Yavuz-Sultan-Selim-Moschee am Luisenring 28 in Mannheim eröffnet. Vorausgegangen waren monatelange Diskussionen zwischen dem Träger Islamischer Bund Mannheim e. V und der das Projekt von Anfang an unterstützenden Stadt Mannheim. In dieser Zeit gab es einen intensiven Austausch mit der zunächst besorgten Bevölkerung.

Aus den damaligen Ängsten ist in wenigen Jahren Akzeptanz und sogar Stolz geworden, weil damit der Weg für den Bau von Moscheen und das friedliche Nebeneinander und Zusammenwirken von christlicher, islamischer und jüdischer Religion über Mannheim hinaus geebnet wurde. In bald zwanzig Jahren hat sich viel getan. Seit dieser Zeit begleitet das Institut mit Beratung und Seminaren den konfliktreichen Prozess der Zusammenarbeit zwischen muslimischen Organisationen, Städten und Bürgern, wenn es um den Bau von Moscheen geht.

1995 wurde das Institut für Deutsch-Türkische Integration und interreligiösen Dialog e.V. gegründet und dann 2009 in Mannheimer Institut für integration und interreligiösen Dialog umbenannt. Der intensive Austausch in der Planungs- und Realisierungsphase der Moschee zwischen Vertretern der Christen und Juden und von Gesellschaftsgruppen hatte deutlich gemacht, dass eine Plattform für den interreligiösen Dialog und interkulturellen geschaffen werden sollte. Das Ziel: Verbesserung der Information, Initiativen und Begleitung von Aktivitäten zur Integration z. B. der 40.000 türkischen Einwohner in Mannheim und weiteren rund 30.000 im Nachbarort Ludwigshafen und in der Mewtropolregion Rhein-Neckar.

Aus der Initiative von vier Privatpersonen ist das heute bundesweit bekannte wie geachtet Institut gewachsen. Das Team des Instituts ist zu einem geschätzten Partner von kommunalen wie Landes-Organisationen, für die evangelische wie katholische Kirche, für Schulen, Moschee-Gemeinden und Bürgergruppen für Integrationsvorhaben, ebenso für die interkulturelle und interreligiöse Kommunikation geworden.

Inhalte und Engagement des Instituts wurden z. B. 1997 durch Verleihung des Hauptpreises der Karl-Kübel-Stiftung gewürdigt. Die Anerkennung der geleisteten Arbeit wird daran deutlich, dass die Stadt Mannheim das Institut finanziell fördert, Stadträte und Mitarbeiter von Ämtern sich für die Aktivitäten persönlich engagieren. Ohne diese Unterstützung, ohne die Einbeziehung bei Projekten von Land und Bund und die dafür bereitgestellten Mittel wären die vielfältigen Aufgaben damals wie heute nicht zu leisten.

Projekte des Institut

  • Projekt offene Moschee: Von 1995 bis 2012 wurden 500.000 Bürger durch Führungen und ein Kurzseminar über den Islam informiert.

  • Beratung und Begleitung von Kirchen, Schulen, Kindergärten und Moschee-Vereinen bei der Gestaltung von gemeinsamen Feiern, z. B. beim Ramadanfest und Weihnachten, die zu einem Verstehen der jeweils anderen Kultur beitragen.

  • Qualifizierung von Jugendarbeitern und Jugendarbeiterinnen für die integrierende Arbeit mit Jugendlichen in den muslimischen Vereinen bzw. Gemeinden.

  • Integrationskurse für junge, neu nach Deutschland kommende oder schon länger im Land lebende Frauen, die sich aus den traditionellen Familienstrukturen lösen und in die deutsche Gesellschaft integrieren wollen.

  • Begleitung des in 2001 begonnenen BMA-Xenos-Projekts „Miteinander arbeiten – voneinander lernen“, mit dem Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz entgegenwirkt wird.

  • Youth Empowerment Partnership Programme (JEPP), mit denen Jugendliche mehr Kontrolle über ihr individuelles und gesellschaftliches Leben und über Ihre eigene Zukunft gewinnen sollten, führte das Institut mit IKUBIZ und Freudenberg-Stiftung zusammen.

  • Teammitglieder halten regelmäßig Vorträge, leiten Fortbildungen und beraten zu Fragen der Integration und des Dialogs der Kulturen und Religionen: an Hochschulen, bei den politischen Parteien, bei Stiftungen und Stadtverwaltungen, in Einrichtungen der Erwachsenen-Bildung, der Evangelischen und Katholischen Akademien und in Schulen und Kindergärten. Gerade mit diesen Aktivitäten hat das Institut weit über die Region Mannheim hinaus in ganz Deutschland an Bedeutung gewonnen. Abzulesen ist dies z. B. auch durch die aktive Teilnahme am Evangelischen Kirchentag und am Friedensgottesdienst 2001, am Symposium „Ist der Islam mit der westlichen Demokratie vereinbar“, 2000 und an der Fachtagung für Imame und Pfarrer/Innen 2006, die große Aufmerksamkeit im Rhein-Neckar-Kreis bekam.

  • Musik und Meditation sind ausgezeichnete Felder für den interreligiösen Dialog, für das Kennenlernen und Verstehen der anderen Kulturen. Deshalb gibt es nun schon weit über ein Jahrzehnt einmal wöchentlich kurze Lesungen zu den großen Weltreligionen und dann von Musik begleitete oder auch stille Meditationen in den Räumen des Instituts.

  • Vom BMI und Georges Anawati- und Dr. Buhmann-Stiftung gefördert wurden mit Abschluss bei einer Fachtagung 2010 in Pilotausbildungen für Krankenhaus- und Notfallseelsorge 32 islamische SeelsorgerInnen ausgebildet. Nach einer halbjährigen Ausbidlung mit 165 Stunden Theorie, 55 Stunden Praktikum und 25 Stunden Supervision sind nun zwanzig islamische Seelsorger-innen an zwanzig Krankenanstalten in der Metropolregion Rhein-Neckar tätig. Erstmals in Deutschland gibt es damit seit 2012 flächendeckend eine islamische Krankenhausseelsorge. In Weiterführung dieses Projektes werden für andere Regionen des Bundesland Baden-Württemberg weitere ca. 60 islamische SeelsorgerInnen für Krankenanstalten ausgebildet, ebenso ca. 20 für die Notfallseelsorge in der Metropolregion.

Halal – Helal – حلال

Halal Quality Management Logo

Mit Blick auf die allgemeine politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung haben sich Institutsvorstand und wissenschaftlicher Beirat 2008 dazu entschlossen, die Beratung und die Zertifizierung von Unternehmen im Bereich Halal als Kernaufgabe des Instituts zu integrieren.

Der wachsende Umfang an Kunden und z. B. die Nachfrage nach Halal-Trainingsmaßnahmen von produzierenden Unternehmen und dem Handel haben dann aus dem Mannheimer Institut heraus zur Gründung der Unternehmensgesellschaft HALAL QUALITY MANAGEMENT (HQM) geführt. Das Mannheimer Institut kann sich damit in enger Zusammenarbeit mit der Yavuz Sultan Selim Moschee auf die Audits konzentrieren, die Gesellschaft auf alle damit zusammen hängenden organisatorischen Aufgaben, das Consulting und die Trainingsmaßnahmen.

Moschee Mannheim - Außenansicht - 1995-2002

In der zurückliegenden Zeit konnte eine breite Expertise in vielen Produktbereichen mit den unterschiedlichsten Produktionsprozessen und Bedingungen der Handelsstufen bis zur Warenlagerung und –präsentation entwickelt werden.

Ebenso durch die Analyse der Zertifizierungsstandards der eigenständigen Verbände wie Organisation for Islamic Cooperation (OIC), World Halal Council (WHC), World Halal Food Council (WHFC), International Halal Integrity Alliance IHIA, Qibla Food Control und von Akkreditierungs-institutionen wie JAKIM (Malaysia ), MUI (Indonesien), MUIS (Singapur) und HAFSOT (Thailand). Die Ergebnisse dieser Analyse haben zu den HQM-Zertifizierungsstandards geführt, mit denen den Regelungen der Exportländer, aber auch die von Prodzenten wie Verbrauchern geforderte Sicherheit erreicht wird. Alle Beteiligten können sicher sein, das Halal-Konformität in allen Aspekten gegeben ist.