Über Halal

Was ist Halal?

Halal oder Haram – Begriffliche Erklärung

„Halal“ (ḥalāl, arabisch حلال‎) – oder im Türkischen „Helal“ – ist ein arabisches Wort und kann mit „erlaubt“ und „zulässig“ übersetzt werden. Als halal werden alle Dinge und Taten bezeichnet, die nach islamischem Recht erlaubt oder zulässig sind. Dies bezieht sich neben den Speisevorschriften auch auf die Ehe, den Handel, Anstand und Sitte oder Musik.

Halal steht zwischen haram (حرام‎), verbotenen, und fard (فرض‎), pflichtmäßigen Handlungen. Zwischen halal und haram gibt es eine Grauzone - makruh (unerwünscht). Diese Dinge sind nicht ausdrücklich verboten, tendieren jedoch in Richtung haram. Muslime sollten daher auch als makruh eingestufte Dinge meiden.

Historischer Hintergrund

Die Speisevorschriften für Muslime sind im Koran und in der Sunna geregelt. Sie basieren auf der Regelung der elf ursächlichen Unreinheiten – Schweinefleisch, Aas und Blut sind die Bekanntesten. Das islamische Recht verbietet den Genuss dieser elf Stoffe genauso, wie den von Lebensmitteln, die mit diesen Stoffen in Berührung gekommen sind. Verzehrt werden dürfen nur Tiere, die für den Konsum zulässig sind, nach den Regeln der Sharia geschlachtet wurden, nicht bereits verendet waren oder einem anderen Gott als Allah geopfert wurden.

Davon ausgenommen gilt, dass alle Lebensmittel erlaubt sind – so lange sie nicht ausdrücklich oder eindeutig verboten wurden (Koran, Sure 5/ Vers 3).

Inzwischen haben muslimische Gelehrte bestätigt, dass auch das Betäuben nach bestimmten Kriterien mit dem islamischen Recht vereinbar und das Fleisch halal ist (International Islamic Fiqh Academy IIFA, Resolution 101/3/10 in Sharia Rules of Slaughtering, 28.6.1997).

Was ist „Halal“, was „Haram“?

Im Koran werden elf Gruppen ursächlicher Unreinheiten genannt. Vier davon betreffen Nahrungsmittel  (Koran, Sure 5, Vers 3).

Verboten ist euch das von selbst Verendete sowie Blut und Schweinefleisch und das, worüber ein anderer Name angerufen ward als Allahs; das Erdrosselte; das zu Tode Geschlagene; das zu Tode Gestürzte oder Gestoßene und das, was reißende Tiere angefressen haben, außer dem, was ihr geschlachtet habt; und das, was auf einem Altar (als Götzenopfer) geschlachtet worden ist. […].

Verboten sind:

  • Aas (alle Tiere, die eines natürlichen Todes gestorben sind)

  • Blut (nur das Blut darf konsumiert werden, das nach ordnungsgemäßer Schlachtung und Entblutung im Tier verbleibt)

  • Schwein (alle Lebensmittel, die Bestandteile vom Schwein enthalten oder daraus gewonnen werden)

  • Geschlachtete Tiere, die anderen als Gott geweiht sind (z.B. Opfertiere nicht-monotheistischer Religionen)

  • Alkohol

Verboten sind auch Fleisch fressende Tiere mit Fangzähnen, Raubvögel, giftige Tiere und Schädlinge.

Aus Pflanzen gewonnene Lebensmittel sind grundsätzlich halal. Davon ausgenommen sind jedoch berauschende und toxische Produkte, z.B. Alkohol. Gewürze zählen nicht dazu.

Berauschende Mittel wie z.B. Alkohol gelten als schädlich. Der Konsum ist also auch in kleinen Mengen nicht gestattet.

O ihr, die ihr glaubt! Berauschendes, Glücksspiel, Opfersteine und Lospfeile sind ein Gräuel (Unreinheit), das Werk des Satans. So meidet sie, auf dass ihr erfolgreich seid (Koran 5:90)

Bei der Herstellung von Halal-Lebensmitteln muss sichergestellt sein, dass alle Zutaten halal und frei von bedenklichen Stoffen sind. Deshalb fußen die Zertifizierungsrichtlinien des Instituts unter anderem auf folgenden wichtigen Quellen:

  • General Guidelines on Halal Food - OIC/SMIIC 1:2011

  • Guidelines for Bodies Providing Halal Certification - OIC/SMIIC 2:2011