Wachstumsmarkt Halal

Halal in Europa

Auf die sich verändernde Demografie Europas eingehend lässt sich sagen, dass die muslimische Bevölkerung (s. Grafiken) auch über die durchschnittliche Wachstumsrate Europas hinauswächst. Verständlicherweise werden die muslimischen Verbraucher zu einer Zielgruppe für Einzelhandel und Produzenten, insbesondere auf dem Lebensmittelsektor.

In ganz Europa lassen sich Halal-Lebensmittel mittlerweile auch im normalen Einzelhandel erstehen. Dazu zählen auch jene Marken, die von Supermarktketten im eigenen Namen erzeugt werden.

Halal-Produkte werden mittlerweile in aller Welt als ein potenzieller Wachstumsmotor für Volkswirtschaften gesehen. Wir werden einen anhaltenden Anstieg des Halal-Marktes beobachten können. Das politische, gesellschaftliche und ökonomische Klima beeinflusst dabei die Entwicklung, in welchem Maße Produzenten muslimische Verbraucher offen ansprechen und beliefern werden. Auf der anderen Seite, in welchem muslimische Verbände und Konsumenten selbstbewusst genug sind, die von ihnen gewünschten Produkte und Dienstleistungen zu fordern.

Der wachsende europäische Markt

Es gibt keinen Zweifel darüber, dass der europäische Halal-Markt ein unerschlossener Wachstumsmarkt ist. Die Frage, wie er am besten erschlossen werden kann, ist ein komplexeres Problem als auf allen Märkten für Minderheiten. Ein Beispiel dafür ist Nordamerika, wo die muslimische Bevölkerung besser integriert und wohlhabender ist und die meisten Menschen sowieso einen fremden Hintergrund haben.

Die Verflechtungen der europäischen Politik sind ebenso zu betrachten wie die Beziehung zwischen der größeren muslimischen Welt und ihren eigenen muslimischen Minderheiten. Anzunehmen ist, dass erhöhte Sensibilität für den Tierschutz und der allgemeine Trend der Bevölkerung hin zu einer gesunden Ernährung die Entwicklung eines lukrativen Halal-Marktes beeinflussen werden.

Muslime in Deutschland

Es gibt einen starken Trend hin zu „Bio & Halal“. Verbraucher denken und handeln zunehmend ganzheitlich. Umwelt, Tierschutz und gesunde Ernährung fließen zusammen. Tiere werden als Lebewesen anerkannt, so wie es für jeden Muslim aus dem Glauben heraus unumstößliche Wahrheit ist. Tiergerechte Haltung und Schlachtung fordern deshalb Muslime und auch Nichtmuslime. Immer mehr Produzenten bemühen sich mit Blick auf die Absatzchancen diese Forderungen über die Tierschutzgesetzgebung hinaus zu erfüllen und unterwerfen sich darauf abgestimmten strengen Zertifizierungen. Integral-Halal ist das Stichwort.

Das vielleicht schwächste Glied der Wertschöpfungskette ist die Glaubwürdigkeit einheimischer Körperschaften für die Halal-Zertifizierung. Die Entwicklung des Halal-Marktes in Richtung einer Industrie erzwingt regelrecht die Evolution eines Zertifizierungsvorgangs weg vom Bild einer religiösen Figur mit begrenztem Verständnis der Lebensmittelwirtschaft des 21. Jahrhundert. Die Richtung sollte eher hin zu einem neuen hybriden System führen, das sowohl den entsprechenden Regeln der Schari’a als auch denen der Lebensmittelwissenschaft entspricht.

Marktpotenzial Halal-Produkte

Das Marktpotenzial für Produkte, die nach islamischen Regeln hergestellt werden, ist enorm: Auf der Arabischen Halbinsel leben etwa 62 Mio. Menschen, vorwiegend Muslime. Weltweit gibt es, je nach Schätzung, zwischen 1,0 Mrd. und 1,5 Mrd., in Deutschland rund 4 Mio. Muslime, eine Zahl, die deutlich zunehmen wird.

Der französische Markt mit seinen 5 Mio. muslimischen Konsumenten ist mit 5 Mrd. Volumen der attraktivste und größte Markt für Halal-Produkte in Europa, gefolgt von Italien mit 4,5 Mrd. und Deutschland geschätzt 4 bis 5 Mrd. Ein jährliches Wachstum von mehr als 10% ist nach Einschätzungen von Forschungsinstituten zu erwarten.

Wie groß der weltweite Markt für Halal-Produkte ist, lässt sich schwerlich sagen und ist wohl auch eine Frage der Definition. Schätzungen gehen aktuell von einem Marktvolumen von 670 Mrd. weltweit und von etwa 65 Mrd. für Europa aus.

Nach Schätzungen des kanadischen Landwirtschaftsministeriums, der Agriculture and Agri-Food Canada, entfallen derzeit rund 12% des weltweiten Nahrungsmittelhandels auf Halal-Produkte, ein Anteil, der bis 2025 auf 20% steigen könnte. Für den deutschen Markt wird aktuell ein Potenzial von 5 Mrd. geschätzt.

Der weltweite Markt z. B. für Halal-Kosmetik wurde auf der "Halal Expo" in Dubai auf 560 Mio. $ geschätzt, bei einem Gesamtumsatz der Kosmetikbranche im Nahen Osten von ca. 1 Mrd.

Die arabischen Länder: großes Marktvolumen mit großen Chancen für deutsche Hersteller

Die Golfstaaten, die etwa 85% ihrer Lebensmittel importieren müssen, fragen überwiegend Halal-Produkte nach. Der Großteil der Fleischimporte kommt heute noch aus Brasilien und Australien. Viele der zertifizierten Lieferbetriebe haben ihre Exportproduktion der Einfachheit halber komplett auf Halal umgestellt. Etwa 70% der jährlich von Brasilien exportierten gefrorenen Hühner sind bereits Halal-zertifiziert. Davon geht der Großteil in die Länder des Golf-Kooperationsrates (Saudi-Arabien, VAE, Kuwait, Bahrain, Oman und Katar).

Wer dorthin liefert, muss strenge Regeln beachten. Die VAE zum Beispiel verlangen bei tierischen Nahrungsmitteln vom Hersteller eine Unbedenklichkeitsbescheinigung eines Islamischen Verbandes des Herstellerlands, der von der VAE-Botschaft anerkannt wurde. Die Einfuhr von Nicht-Halal-Fleisch kann allerdings im Ausnahmefall genehmigt werden. Voraussetzung ist hierfür, dass der Verkauf ausschließlich an Nicht-Moslems, zum Beispiel in abgetrennten Räumlichkeiten eines Supermarktes, erfolgt. Saudi-Arabien hat dagegen sehr viel strengere Vorschriften und hat die Einfuhr von Schweinefleisch grundsätzlich untersagt.

Akkreditierung von Halal-Consulting und Zertifizíerung von HALAL QUALITY MANAGEMENT und Mannheimer Institut.

Aber auch bei Ländern, die keine Halal-Zertifizierung verlangen, kann sich eine solche auf freiwilliger Basis anbieten, um muslimische Kunden zu erreichen. So gibt es auch in Europa und Nordamerika viele muslimische Verbraucher, die auf Islam-konforme Lebensmittel achten. Dies gilt vor allem für Produkte, die besonders im Verdacht stehen, Verbotenes, wie beispielsweise Schweinefleisch, zu enthalten. Ein deutsches Siedewürstchen wird von einem muslimischen Verbraucher genauer unter die Lupe genommen als ein Glas Kichererbsenpaste. Viele westliche Unternehmen nutzen daher ein anerkanntes Halal-Label wie unsere Zertifizierung als Marketinginstrument, immer mehr auch für die Positionierung bei Menschen, die sich gesund ernähren wollen.

Nur 400 bis 500 von Lebensmittelherstellern in Deutschland produzieren Halal-konforme Produkte

Recherchiert man bei „Wer liefert Was“, der größten Lieferantensuchmaschine, nach Halal-Herstellern, dann sind da nur 15 Unternehmen gelistet. Um nur einige Zahlen (Stand 11/12) zu nennen: Einträge gibt es für 1560 Lieferanten für Fleischwaren, 45 Hersteller für Döner-Spieße, 1340 für Wurstwaren, 40 für türkische Lebensmittel, 100 für Hühnerfleisch und 52 für Hühnerfleischerzeugnisse, 60 für Putenfleisch und 121 für Putenfleischerzeugnisse, 70 Kosmetik exportierende Unternehmen, 145 Fertiggerichte-Hersteller.

Diese Zahlen zeigen, der Halal-Markt ist von vielen Unternehmen noch nicht entdeckt worden oder man traut sich wegen der Unvertrautheit mit dem Islam und Muslimen und deren Lebenswelt nicht in diesen Markt einzusteigen. Der Handel baut sich mit Regalen und Tiefkühltruhen für „Orientalische Gerichte“, in denen dann die Halal-Produkte zu finden sind, eine nicht sofort erkennbare Brücke in eine Zukunft, in der Halal-Produkte wie koschere Produkte allgemein akzeptiert sind.

Große Hersteller und Handelsketten finden heute noch unterschiedliche Wege, den Bedarf nach Halal-Produkten zu decken: Durch Halal-Siegel für bekannte Marken oder unter einem anderen Label. Ziel ist immer die Markenbindung. Das Anbieten von Halal-Produkten ist ein positives Signal für die Integration von Muslimen in Europa.

Wir begleiten Sie mit Beratung, Training und Zertifizierung in den Halal-Markt

Die genannten Fakten zeigen die Zukunftschancen im Halal-Markt auf.
Das Team von HALAL QUALITY MANAGEMEN ist mit den Themen dieses Marktes bestens vertraut. Gemeinsam mit dem Mannheimer Institut und der Yavuz Sultan Selim Moschee begleiten wir Ihr Unternehmen bei der Produktion und der Marktimplementierung. Beratung, Training und Zertifizierung aus einer Hand – HQM